Synthetische Duftstoffe
Alle Materialien besitzen eine chemische Struktur. Dies ist unabhängig davon, ob der Stoff aus der Natur gewonnen oder synthetisch hergestellt wurde. So ist beispielsweise unser Trinkwasser eine Kombination aus den beiden chemischen Elementen Wasserstoff und Sauerstoff (H2O). Auch unsere Atemluft ist eine Mischung aus Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid und verschiedensten anderen Gasen. Des Weiteren kann der Begriff „natürlich“ nicht uneingeschränkt mit „ungiftig oder harmlos“ gleichgesetzt werden. Jedem ist bekannt, dass Fliegenpilze (Ibotensäure, Muscimol, Muscarin) giftig sind, auch wenn sie in der Natur vorkommen. Es bleibt also festzuhalten, dass sowohl synthetisch hergestellte als auch natürliche Stoffe gefährlich sein können.
Im Bezug auf Duftstoffe sind die synthetischen Produkte häufig die bessere Wahl. In natürlichen Parfümölen (z.B. Zitronenöl) sind eine Vielzahl an verschiedenen Komponenten enthalten, deren Zusammensetzungen und Qualitäten - ähnlich wie bei Weinen - jedes Jahr variieren. Dies ist bei synthetischen Parfümen nicht der Fall. Zum einen ist deren chemische Zusammensetzung bestens bekannt und zum anderen ist auch die Güte des Stoffes immer gleich bleibend hoch. Eine weitere Problematik besteht darin, dass in natürlichen Parfümölen Stoffe enthalten sein können, die bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen führen. So enthält natürliches Zitronenöl Limonen, welches Bestandteil der „Liste der 26 kennzeichnungspflichtigen Allergene“ ist. Würde also ein natürliches Zitronenöl mit mehr als 1 % im Parfüm eingesetzt werden, müsste dieses mit einem Gefahrensymbol (Xi: Reizend) gekennzeichnet werden. Um unseren Kunden ein kennzeichnungsfreies Produkt liefern zu können, setzen wir daher hauptsächlich synthetische Duftstoffe ein.
Zum einen kann die Verwendung von synthetischen Riechstoffen auch unter Umweltschutzgründen und ethischen Aspekten nicht umgangen werden, da die natürlichen Rohstoffvorkommen begrenzt sind. Dies bedeutet, dass die Duftstoffe in dem benötigten Ausmaß nicht vorhanden oder nur unter Eingriff in die Umwelt zu erhalten sind. Als bekanntestes Beispiel sei die Bedrohung des Moschushirschbestandes genannt. Für die Duftstoffgewinnung aus einer Drüse des Tieres, wurde der Paarhufer bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gejagt. Zum anderen kommen manche Düfte in der Natur schlichtweg nicht vor.
Unter diesen Gesichtspunkten erfüllen alle unsere verarbeiteten Stoffe sämtliche relevanten und regulatorischen Anforderungen gegenüber nachhaltigen Haushaltsprodukten.
Quelle: Deutschen Verband der Riechstoff-Hersteller e.V. (DVRH) – www.riechstoffverband.de
